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24 Nights (Kapitel 24)

Vierundzwanzigste Nacht: Fest der Liebe


Es war schon beinahe Mittag, als du dich aus deiner warmen Bettdecke schältest, und das auch nur, weil von unten deine Mutter rief, du mögest ihr doch bitte beim Schmücken des Weihnachtsbaumes helfen. Mehr missgelaunt als in weihnachtlicher Hochstimmung schobst du die Füße aus dem Bett und ergabst dich deinem Schicksal. Den Weihnachtsbaum zu schmücken war bei euch so eine Art Mutter-Tochter-Tradition und die wolltest du deiner Mutter nicht vermiesen, auch wenn du dieses Jahr so gar keine Lust hattest.

Als dich deine Eltern am gestrigen Abend gefragt hatten, wie die Zeit bei den Mukamis gewesen war, hattest du dich bei deinen Antworten recht bedeckt gehalten. Du hattest lediglich berichtet, dass sie alle sehr freundlich gewesen seien und noch anderen Besuch, die Sakamakis im Hause gehabt hätten. Auf die Frage nach ihren Eltern und besonders dem Cousin deines Vaters hatte Ruki zum Glück schon bei ihrem Eintreffen geantwortet und mitgeteilt, sein Vater sei noch einmal dringend auf eine geschäftliche Reise gehen müssen. Man hatte ihm wirklich nicht angesehen, dass er log und sein Lächeln war, das wusstest du, falsch, doch deinen Eltern war nichts weiter aufgefallen und sie hatten nur bedauert, ihn verpasst zu haben.

Die anderen Vampire hatten sich zum Glück zurückgehalten, sodass deine Eltern nicht ahnten, mit wie vielen Jungs du da allein gewesen warst, denn dann hätten sie sich auf jeden Fall Sorgen gemacht, auch ohne zu wissen, dass diese alle Vampire waren und vielmehr an deinem Blut als an dir interessiert.


Deine Mutter war bester Laune, als du im Wohnzimmer ankamst, in dem bereits die hohe grüne Tanne stand, an der bereits die Lichterketten befestigt waren, war das doch der Part, den dein Vater in der Regel übernahm, ehe deine Mutter und du ans Werk gingt. Mit jeder der roten und weißen Kugeln, die ihr an die nadeligen Äste des Baumes hingt, stieg deine Laune und langsam stieg auch in dir erwachte weihnachtliche Stimmung. Draußen fiel sogar Schnee und tauchte aller in eine weitere Schicht wattigen Weißes. Einige Schneeflocken klebten an der Fensterscheibe im Wohnzimmer, vom Wind dorthin getrieben, und zauberten ein einzigartiges Muster.

Ihr ward bald mit Schmücken fertig und bewundertet euer festlich glänzendes Werk zufrieden. „Zeit, die Geschenke zu holen“, meinte deiner Mutter gut gelaunt. Sie zögerte nicht und verließ das Wohnzimmer, um die Päckchen, die sie immer im Keller lagerte, zu holen. Du selbst tatest es ihr gleich, auch wenn dein Lagerraum dein Kleiderschrank war und nicht der Keller. Dieses Mal hattest du es ja noch einfacher gehabt, denn du hattest die Geschenke für deine Eltern ja erst bei deinem Ausflug mit Kou und Laito gekauft. Sie lagen noch in deinem Trolli, gut verstaut unter dem Bett. Als du mit ihnen zurückkehrtest, deckte dein Vater bereits den Tisch im Wohnzimmer für das Weihnachtsessen. Sicherlich würde auch dein Großvater bald eintreffen, er kam jedes Jahr. Zwar schlief er nach der Bescherung in der Regel auf dem Sofa ein und ihr musstet ihn wecken, damit er sich ins Gästebett legte, das doch um einiges bequemer war, doch käme er nicht, würde euch allen wohl etwas fehlen und keiner von euch hätte gewollt, dass der alte Mann Weihnachten allein daheim verbrachte.


Weihnachten. Es verging wie immer. Dein Opa traf ein, einen Berg Päckchen mit sich schleppend, dass er beinahe auf den Treppen, die zur Haustür führten, stolperte und dein Vater der Hobbykoch hatte ein festliches Menü zubereitet, nach dem man guten Gewissens davon sprechen konnte, dass ihr später am Abend ins Bett rolltet. Und obwohl alles wie immer war – und das war ohne Frage etwas Gutes – fehlte dir dennoch etwas ohne, dass du sagen konntest, was genau das denn sein sollte, denn im Grunde hattest du alles, was du dir zu Weihnachten wünschen könntest.

Deine Familie war zusammen, sie alle waren gesund und saßen gemütlich und sorgenfrei gemeinsam am Tisch neben dem funkelnden Weihnachtsbaum, während draußen weitere Schneeflocken das Muster am Fenster ergänzten. In jedem anderen Jahr hättest du von einem perfekten Weihnachtsfest gesprochen. Dieses Jahr nicht.

Du schütteltest den Gedanken ab, als dein Vater den Nachtisch auftrug, nach dem es dann an die Bescherung ginge. Nun gut, zuerst gäbe es noch einen Verdauungsschluck, den du rigoros ablehntest, seit man ihn dir im letzten Jahr zum ersten Mal mit angeboten hatte und du mutig zugegriffen hattest. Eine sehr eindringliche Erfahrung, die zu einem Brennen im Hals und dem widerlichsten Nachgeschmack auf der Zunge führten, den du je erlebt hattest. Nein danke, für dich keinen Schluck.


Dieses Jahr war es deine Mutter, die die Bescherung offiziell eröffnete und begann, die Päckchen zu verteilen, kaum, dass der Tisch soweit frei geräumt war, dass darauf überhaupt Platz genug für die ganzen Geschenke war. Die Luft war erfüllt vom Rascheln und Reißen des Geschenkpapiers, vom Knistern der Geschenkbänder, die darüber gezogen wurden und von erfreuten 'Oh's und 'Ah's. Alles war ganz so wie in einem Bilderbuch, ging es dir durch den Kopf, während du deine Eltern und deinen Großvater beobachtetest. Warum dann hattest du das Gefühl, dass etwas fehlte? Es fehlte nichts. Es war alles wie immer und die Menschen, die dir lieb waren, waren hier.

Die Menschen. Doch nicht die Vampire. Du schämtest dich dieses Gedankens und könntest dich allein für die Überlegung schon selbst ohrfeigen, aber es schien tatsächlich so, als würdest du diese reißzahnbewehrten Idioten-Brüder vermissen. Und dabei kanntest du sie doch kaum! Ja nicht einmal einen ganzen Monat und du konntest ja nun auch wahrlich nicht behaupten, dass es lediglich ein guter gewesen wäre bei allem, was dir widerfahren war.

Du riefst dir die Schmerzen und die Ängste, die du hattest durchstehen müssen, ins Gedächtnis. Wiederholen wolltest du das ganz sicher nicht. Da half es auch nichts, dass ihr euch die letzten Tage so gut verstanden hattet. Eigentlich wurde es ja erst besser, nachdem dich die Mukamis zurückgeholt hatten und mit den Sakamakis eine Abmachung getroffen hatten. Traurig, wenn du so darüber nachdachtest.


Wie erwartet schlief dein Großvater schnell auf dem Sofa ein und wie jedes Jahr spieltet ihr nur zum Spaß Schere-Stein-Papier, um auszulosen, wer ihn dieses Jahr wecken sollte. Dieses Jahr traf es deinen Vater und so waren deine Mutter und du zum Einträumen der Spülmaschine verdonnert.

Der restliche Abend verlief beschaulich. Deine Eltern fragten dich zwar über deinen Aufenthalt bei den Mukamis und über diese aus, doch zum Glück blieben alle Fragen im harmlosen Bereich und du verschwiegst einfach alles, was verraten hätte, dass man dich verletzt, beleidigt und entführt hatte. Selbst wenn sie es glauben würden, brächte es ihnen nur Probleme, denn die Vampire waren, das wusstest du aus eigener Erfahrung, auch deinen Eltern überlegen und du wolltest lieber nicht herausfinden, wie sie sich verhielten, wenn sie sich von deinen Eltern, die einen Anwalt einschalten würden, bedroht fühlten.

Dennoch erzähltest du ihnen von Rukis mütterlichem Verhalten seinen Brüdern gegenüber und erwähntest die Sakamakis nur zur Hälfte. Genau genommen berichtetest du lediglich von Reiji, Shu und Laito. Als du ihnen berichtetest, wie sich Reiji und Ruki als Vater und Mutter aufspielten, lachten sie beide herzhaft und auch du musstest schmunzeln bei der Erinnerung daran. Den schläfrigen Shu zu erwähnen, erschien dir ebenfalls harmlos, doch von Ayatos und Subarus aggressivem Verhalten oder Kanatos düsterer Art schwiegst du besser. Also übergingst du die drei in deinen Erzählungen einfach, sondern fokussiertest dich vor allem auf die Mukamis, als wären die Sakamkis nur kurzer Besuch gewesen. Inzwischen dürften sie ja auch wirklich wieder in ihr eigenes Heim zurückgekehrt sein, ging es dir durch den Kopf.


Dann war ich mit Laito und Kou einkaufen – dort habe ich dann auch euer Geschenk gefunden“, endetest du gerade deine Erzählung, als deine Mutter mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen meinte: „Und dort hast du auch diese Kette her?“, fragte sie und du griffst dir instinktiv an den Hals und nach dem funkelnden Kleinod, das dir Laito als Geste der Entschuldigung gekauft hatte. „Oh, das... sie war ein Geschenk“, gabst du kleinlaut und mit roten Wangen zu, was deine Mutter erst recht anstachelte und deinen Vater eine Augenbraue heben ließ. „Ein Geschenk? Von wem?“, wollte er wissen.

Nervös kautest du auf deiner Unterlippe. „Von Laito.“ Dass es eine Entschuldigung war, konntest du ihnen nicht sagen. Wie in aller Welt solltest du ihnen nicht erklären, weshalb dir ein junger Mann ein derart wertvolles Geschenk machte? „A-also zu Weihnachten“, stammeltest du noch eilig und merktest sogleich selbst, dass du damit niemanden überzeugen könntest.

Sie ist wirklich schön“, rettete deine Mutter dich zu deinem Glück vor weiteren Nachfragen und innerlich danktest du ihr tausendfach dafür. Dein Vater machte sich, was deine Freunde anging, immer viel zu viele Sorgen – besonders um die männlichen unter ihnen. Deine Mutter machte häufig Scherze darüber und maßregelte deinen Vater dann stets, damit er deinen Freundeskreis nicht mit seiner Skepsis vergraulte.


Du wolltest dich gerade entschuldigen, um dich hinzulegen, denn die Stunde war schon vorangeschritten und du hundemüde, als es klingelte. Deine Mutter ging zur Tür. Du hörtest schon gar nicht mehr hin, sondern strecktest dich einfach nur gemütlich auf dem Sofa aus, als sie auch schon zurückkehrte. „Für dich“, meinte sie und zwinkerte dir zu. Verwundert standest du auf und warfst deiner Mutter noch einen fragenden Blick zu, ehe du gen Flur liefst, um zu sehen, wer denn an Heiligabend um diese Uhrzeit und obendrein bei dem Schnee noch hierher gekommen war, um mit dir zu sprechen. Wäre es nicht um des Zwinkerns deiner Mutter gewesen, hättest du erwartet, dass deine Freundin Sayori sich nun doch von ihrem Freund getrennt hatte und weinend vor der Tür stünde, doch die hätte deine Mutter garantiert direkt hinein gebeten und zu dir gebracht.


Es war auch nicht Sayori. Es war jemand, mit dem du niemals gerechnet hättest und an den du doch eben noch gedacht hattest, den du vermisst hattest.

Laito.

Der Vampir stand, ohne Winterjacke oder Schal, im Türrahmen. Ein Grinsen lag auf seinen Zügen und er verbeugte sich, den Hut ziehend, als er dich erblickte. „So schnell sehen wir uns wieder, Prinzessin, nfu~“ Du glaubtest deinen Augen und Ohren nicht zu trauen. Was tat er hier und wieso war er überhaupt hierher gekommen? Diese Fragen standen dir offen ins Gesicht geschrieben, als du unschlüssig in den Flur hinter dir sahst. Solltest du ihn vielleicht hereinbitten?

Nfu nfu~“, hörtest du dann aber schon wieder von dem Vampir mit dem rotorangenen Haar und den giftgrünsten Augen, die du jemals gesehen hattest. „Sag bloß, du freust dich nicht, mich zu sehen?“, wollte er wissen und du schütteltest nur den Kopf. In deiner Kehle saß ein Kloß und dein Herz machte hohe Hüpfer, überschlug sich beinahe. Laito war hier. „Warum...?“ Mehr brachtest du nicht heraus, doch er schien genau zu verstehen. Seine Miene wurde ungewohnt ernst für seine Verhältnisse. „Weil ich dich brauche.“ Wieder machte dein Herz einen aufgeregten Satz. „Weil du...?“ Wieder kamst du nicht allzu weit, schnürte dir deine Nervosität doch die Kehle zu. „Weil ich dich liebe.“ Sein Blick war ernst, anders als du es bisher bei ihm gesehen hattest und er trat ein wenig näher an dich heran, um einen Arm um deine Hüfte zu legen.


Du schlucktest. „Laito, ich... ich … also...“ Er schmunzelte nur. „Schon gut, nfu~“, meinte er und beugte sich an dein Ohr hinab. „Ich werde dein Herz schon noch erobern, Prinzessin, nfu~“ Heiße Röte schoss dir in die Wangen. Als hätte er das nicht schon längst, schoss es dir durch den Kopf. Wieso sonst warst du so aufgeregt, so nervös und gleichzeitig so glücklich, dass er hier war? Als hätte er diese Gedanken gelesen, kicherte Laito und zog vielsagend an der großen roten Schleife, die er um den Hals trug und dir erst jetzt auffiel. „Möchtest du dein Geschenk gar nicht haben, Prinzessin, nfu~?“ Und ob du es wolltest! Du lachtest auf und zogst an dem Geschenkbank. Darunter konntest du nun auch den Anhänger mit deinem Blut erkennen, den er um den Hals trug. Ein Lächeln legte sich auf deine Lippen, die fast im gleichen Augenblick auf die Laitos trafen.

Keiner von euch beiden sah den Schatten, der just in diesem Augenblick wieder hinter den Büschen verschwand, die euren Garten umrahmten.


So war das also. Er hätte es sich sparen können, hierher zu kommen. Mit einem Seufzen auf den Lippen und einem letzten, betrübten Blick in deine und Laitos Richtung ließ er die rote Rose fallen, die er dir hatte geben wollen. Ein einzelnes rotes Blatt löste sich und wehte davon, ganz in eure Nähe, hob sich rot wie Blut vom weißen Schnee ab, der ihm doch keinen Kälteschauer über den Rücken zu jagen vermochte. Jetzt bereute er, nicht eher gezeigt und gesagt zu haben, was du in ihm bewegtest. Laito war ihm zuvorgekommen.

Noch einen Moment lang fixierte er dich mit seinem Blick und entschied, dass dieser Kampf um dein Herz noch nicht verloren sein musste. Noch nicht. Zumindest würde er nicht aufgeben, ehe du selbst ihm sagtest, dass du in deinem Herzen keinen Platz für ihn fändest wie du in deinem für sie.

Diesen Gedanken mit sich tragend verschwand er durch die Büsche, damit ihr in nicht bemerktet.


Du hattest Laito gerade herein gebeten, um ihn nicht länger in der frostigen Kälte stehen zu lassen und diese wieder auszusperren, als dein Blick auf etwas Rotes im Schnee fiel. Du tratest heraus und hobst es auf. Ein Blütenblatt. Verwundert blicktest du dich um, blühte doch hier im Garten um diese Jahreszeit nichts, doch du konntest niemanden erkennen und so übergabst du das rote Blütenblatt dem Wind, der es davontrug.

17.2.16 09:42
 
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